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Verhaltensregeln für den Umgang mit Demenzerkrankten...für Angehörige und Interessierte

 

Unsere besonderen Angebote im "Café am Park":

Jeden Dienstag heiße Waffeln mit Kirschen und Sahne, jeden Donnerstag Apfelstrudel mit Vanilleeis

Täglich ab 5 Personen: Mehlpütt mit Vanillesauce und Birnenkompott

 

 
Im Mai beginnt wieder die Spargelzeit im "Café am Park"!
 

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Verhaltensregeln für den Umgang mit Demenzerkrankten

...für Angehörige und Freunde

Wir geben professionelle Hilfe und Unterstützung für pflegende Angehörige und  Demenzerkrankte.
Sprechen Sie uns an, wir geben unsere Erfahrung und unser Wissen gerne an Sie weiter.

Jede/r Demenzerkrankte ist einzigartig:

Das heißt, die hier aufgestellten Regeln sind keine ehernen Gesetze, sondern Empfehlungen, Orientierungshilfen, die die oft schwierige Pflegebeziehung verständlicher machen können.

Die Wahrung der persönlichen Würde ist die Basis.
Das gilt sowohl für die Würde der Kranken als auch für die der Betreuenden. Unser Gefühl von Würde ist ein guter Maßstab für die Entscheidung, inwieweit ich mich auf die Realität des Kranken einlasse, indem ich "mitspiele", selbst etwas vorgaukle. Wir, die "Gesunden", beherrschen die gesellschaftlichen Regeln noch, demgegenüber sind die dementen Menschen je nach Krankheitsfortschritt nicht mehr in der Lage, sich passend zu verhalten. Bitte beachten Sie, dass notwendige Korrekturen möglichst diskret und stilvoll sein sollten, weil die Erkrankten noch sehr wohl Scham und Ehrgefühl haben. Vermeiden Sie daher jedes Berichten in ihrer/seiner Anwesenheit, auch wenn die Betroffenen scheinbar "nichts mehr merken".

Vergessen Sie nie, dass Ihr Angehöriger eine schwere hirnorganische Krankheit hat, die Fehleinschätzungen und Fehlverhalten zur Folge hat.
Lasse Sie sich durch Beschimpfungen und andere Aggressionen nicht kränken und persönlich verletzen.

Versuchen Sie stattdessen auszunutzen, dass die Erkrankten oftmals auf die momentane Situation und Stimmung reagieren.
Wenn Sie ruhig, sicher, aber auch lustig sind, kann sich die Spirale auch in diese Richtung drehen. Grund für auftretende Aggressivität ist oft Angst und Überforderung.

Immer das Gleiche tut gut!
Das gilt sowohl für die Umgebung (Räumlichkeiten, Einrichtung) als auch für den täglichen Ablauf (Rituale). Versuchen Sie, Außenreize möglichst gering zu halten.

Ersparen Sie sich und dem Erkrankten lange Argumentationsketten.
Sprechen Sie kurze Sätze in einer angemessenen Lautstärke.

Streite nie mit einem an Demenz erkrankten Menschen!
Bei einem Streit im Sinner einer intellektuellen Auseinandersetzung ist in jedem Fall er/sie die/der Unterlegene, weil ihm/ihr einfach die Argumente ausgehen. Dies führt oft zu schlimmen emotinalen Eskalationen (Aggressionen).

Sehen Sie nicht negativ, was der Demente alles nicht mehr kann, sondern öffnen Sie Ihren Blick dafür, was ihm noch alles an Fähigkeiten geblieben ist.
Oft ist die Handlung oder die Argumentation in sich logisch (nur begrenzt durch die mangelhaft verfügbaren Informationen).

Versuchen Sie, diese Logik zu erkennen und innerhalb dieser zu argumentieren.
Das führt weiter als z.B. lügen.

Die Erkrankten leben und sprechen sehr oft in Mustern.
Anstatt sich über die ständigen Wiederholungen zu ärgern, können Sie selbst ein passendes Muster weiterstricken. Eine oder zwei Schlüsselwörter oder Sätze finden, bedeutet eine große Erleichterung.

Die Erkrankten beziehen sich auf das von ihnen Erlebte in der Vergangenheit.
Ihre Tätigkeiten und Verhaltensmuster werden dadurch geprägt (fleißige Hausfrau, große Dame, Kavalier, Handwerker...). Beschäftigungsangebote, aber auch Umgangston und Kleidung etc. müssen dazu passen.
Eine Möglichkeit ist immer, die Situation zu verlassen und noch einmal von vorne zu beginnen.
Ablenken durch Themenwechsel oder Handlungsanreize führt weiter als Beharren auf einem Ablauf.

Anstoßende Handlungen aktivieren das Körpergedächtnis und führen bei fortgeschrittener Demenz weiter als sprachliche Aufforderung. Fördern statt Fordern!
Die Empfehlung, keine Anforderungen zu stellen, die den Kranken unter Druck setzen, soll nicht bedeuten, dass ihm alles abgenommen wird.
Versuchen Sie, die hinter dem Verhalten steckende Gefühlsebene zu entdecken, aufzugreifen und widerzuspiegeln.

Es kann beruhigend und entlastend für die Kranken sein, wenn sie sich so verstanden fühlen.
Versuchen Sie, etwas für sich zu tun, was Ihnen Entspannung und Freude bringt.

Nehmen Sie jede Form von Unterstützung an (Leistungen der Pflegeversicherung, Hilfe durch Freunde und Verwandte,...), aber auch Zusammenkünfte wie Angehörigengruppen, deren Aussprache bei dem schwierigen Prozess der Krankheitsbewältigung helfen kann.

Und vergessen Sie bitte nie:
Die Seele bleibt.

Umgang mit Unruhe und Gefährdung bei Demenz
Eines der schwierigsten Probleme, mit denen sowohl Angehörige zu Hause als auch Pflegende in Einrichtungen bei der Betreuung und Pflege von Demenzerkrankten konfrontiert sind, ist die krankheitsbedingte häufig auftretende Unruhe, in der die Kranken auch motorisch überaktiv sind. Aufgrund ihrer Erkrankung können sie aber ihren Weg nicht selbst finden, Gefahren um sie herum nicht einschätzen und verlieren das Zeitgefühl. Die Pflegenden sind vor die schwierige Aufgabe gestellt, die Kranken entweder nie allein lassen zu können oder eine eigene oder Fremdgefährdung in Kauf zu nehmen. Häufig wird dieser Unruhe dadurch begegnet, dass sedierende Medikamente verabreicht oder Menschen mechanisch fixiert werden. Diese Maßnahmen sind ethisch zu hinterfragen. Ziel sollte sein, den durch Unruhe und Sich-Verlaufen entstehenden Gefahren vorzubeugen und sie zu mindern. Dabei sollten Fixierungen und Sedierungen vermieden werden, um damit die Lebensqualität für die Demenzerkrankten zu verbessern.

1. Mögliche Ursachen für Unruhe:
Die Unruhe kann vielfältige Ursachen haben, z.B.:
< Auf Grund der Vergesslichkeit wiederholen die Kranken gewohnte Handlungen immer wieder.
< Auf Grund der Orientierungsstörungen fühlen sie sich unsicher und sind deshalb unruhig.
< Auf Grund ihrer schweren Gedächtnisstörungen fühlen sie sich in ihrer Umgebung nicht wohl
und sind auf der Suche.
< Der Tag-Nacht-Rhythmus ist gestört, so dass die Kranken in der Nacht umher laufen.
< Dem gewohnten Bewegungsdrang wird nicht entsprochen.
< Äußere Umstände (Zeitstruktur) wurden verändert.

2. Empfehlungen zum Umgang mit Unruhe und Gefährdung bei Demenz
< Der Verlust der gewohnten Umgebung erhöht die Desorientierung.
< Biografische Brüche können Unruhe hervorrufen oder verstärken.

3. Wie kann mit der "gefährdenden Unruhe" umgegangen werden?
In vielen Fällen sind Unruhezustände, die den Kranken gefährden und für den Pflegenden belastend sind, vermeidbar:
< Die Umgebung sollte vertraut (biografiegerecht) und für den Kranken ansprechend sein.
< Der Tag sollte strukturiert sein (Mahlzeiten und Tätigkeiten sollten zur gleichen Zeit erfolgen. Hilfen für die Orientierung könnten Kalender, Uhren usw. sein).
< Es sollte darauf geachtet werden, dass die Kranken genügend getrunken und gegessen haben.
< Die Kranken sollten tagsüber regelmäßig und besonders vor dem Zubettgehen auf der Toilette gewesen sein.
< Die Beleuchtung sollte für den Kranken angenehm sein und den Tag-Nacht-Rhythmus unterstützen.
< Den Kranken sollte tagsüber genügend Möglichkeit zur Bewegung und zum Ausleben ihrer Unruhe gegeben werden.
< Die Medikation sollte auf Nebenwirkungen wie Störung und Intensivierung der Bewegung und Gangunsicherheit überprüft werden.
In manchen Fällen wird man die Unruhe nicht beseitigen können und wird ein "Restrisiko" an Gefährdung in Kauf nehmen müssen. Aber man kann noch einiges tun, um diese Gefährdung abzumildern, nämlich:
< Sturzgefahren wie z.B. Schwellen oder lose Teppichenden beseitigen;
< Hüftprotektoren tragen lassen;
< Orientierungshilfen schaffen;
< Symptome medikamentös behandeln

Unruhe und Gefährdung bei Demenz
< eine Möglichkeit zum Hilfe holen (Klingel, Notruf) bereitstellen;
< technische Hilfen einsetzen (Ortungssysteme, Türkontaktsysteme, Funkreichweitensysteme, siehe auch Ratgeber "Technische Hilfen für Demenzerkrankte" der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, 2002);
< Matratzen vor das Bett legen.

4. Rechtliche Rahmenbedingungen:
Das Gesetz will die persönliche Bewegungsfreiheit schützen. Soll der Erkrankte am Verlassen des Aufenthaltsortes gehindert werden, ist dies gerichtlich zu genehmigen. Fixierungen jeglicher Art muss das Vormundschaftsgericht genehmigen. Ein Bitten und Überreden ist rechtlich unbedenklich. Das gleiche gilt für das nächtliche Abschließen der Eingangstür. Genehmigungsbedürftig ist ein Hindern durch mechanische Vorrichtungen, Medikamente oder auf andere Weise, etwa durch körperliche Gewalt. Unter die mechanischen Vorrichtungen fallen Anbinden im Bett durch Beckengurt, Fußfesseln, Handfesseln, Bettgitter, das Abschließen des Zimmers, Fixierstuhl oder - tuch, ferner fixierende Vorrichtungen am Rollstuhl und Sendeanlagen. Bei einer Akut-Krankheit bedarf eine vorrübergehende Fixierung keiner Genehmigung. Genehmigungspflichtig ist jede regelmäßige Freiheitseinschränkung über einen längeren Zeitraum. Ein regelmäßiger Freiheitsentzu liegt vor, wenn der Einschränkungsmechanismus stets zur gleichen Zeit oder wiederkehrend eingesetzt wird.

Weitere Informationen:
Brigitte Byczkowski